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Aufgehängt
Der Wald bestand auch hier aus Delebpalmen, deren Kronen ein beinahe geschlossenes Dach bildeten. An den Stämmen rankten sich Schlingpflanzen empor, welche ihre Ausläufer nach allen Seiten sandten und zwischen den Palmen ein so dichtes Gewebe bildeten, daß ein Vordringen nur mit Hilfe des Messers möglich war. Darum waren die Neger gezwungen gewesen, sich einen Pfad durch dieses Geflecht zu hauen. Ich folgte demselben, immer bereit, bei einer etwaigen Bewegung schnell zur Seite abzuweichen, um mich zu verstecken.
Nach ungefähr fünf Minuten öffnete er sich auf eine lichte Stelle des Waldes, welche wohl durch Windbruch entstanden war. Auf derselben sah ich sechs Tokuls von solchem Umfange und so leichter Bauart, wie sie der Neger nur für einen kurzen Aufenthalt errichtet. Die Größe der Hütten ließ vermuten, daß trotz der geringen Anzahl derselben nicht wenige Menschen unter den sechs trichterförmigen Schilfdächern wohnten.
Vor den Thüren lagen, saßen und standen die Schwarzen, lauter Männer, wie ich sah. Einige von ihnen waren beschäftigt, Feuermaterial zusammen zu tragen, denn in wenigen Minuten mußte es dunkel werden. Wachen waren nicht ausgestellt; die Leute schienen sich hier vollständig sicher zu fühlen. An den Tättowierungen erkannte ich, daß ich Dinka vor mir hatte, also wohl Dinka von der Abteilung der Bor, welche wir suchten.
Ich kehrte auf dem Wege, den ich gekommen war, erst bis zu der Falle und dann zum Boote zurück. Dort erzählte ich, was ich gesehen hatte. Agadi, unser Dolmetscher, sagte:
»Das sind Krieger der Bor, Effendi. Sie befinden sich auf einem Jagdzuge und haben darum keine Frauen mit. Laß uns sofort zu ihnen gehen!«
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